Was kostet eine eigene Schmuckversicherung?
Die Hausratversicherung deckt Schmuck mit, aber gedeckelt. Ab einer bestimmten Größenordnung lohnt eine eigene Deckung, und die rechnet sich anders.
Bild: KI-erzeugtBei einer eigenständigen Wertsachenpolice meist 0,5 bis 1,5 Prozent der Versicherungssumme im Jahr. Bei 20.000 Euro Bestand sind das grob 100 bis 300 Euro jährlich, abhängig von Aufbewahrung und Deckungsumfang.
Warum die Hausratversicherung oft nicht reicht
Sie begrenzt die Entschädigung für Wertsachen auf einen Anteil der Versicherungssumme, üblich sind 20 bis 30 Prozent, und unterscheidet zusätzlich danach, ob die Stücke im Wertschutzschrank lagen. Außerhalb gilt oft ein sehr viel niedrigerer Betrag. Verlust im Sinne von Verlieren ist regelmäßig gar nicht gedeckt, und außerhalb der Wohnung greift nur eine begrenzte Außenversicherung. Für einen Ring, der täglich getragen wird, ist das eine schmale Deckung.
Was eine eigene Police anders macht
Sie deckt in der Regel alle Gefahren, also auch Verlieren, Beschädigen und Diebstahl außerhalb der Wohnung, häufig weltweit. Versichert werden einzeln benannte Stücke mit Wert, meist auf Basis eines Gutachtens. Die Entschädigung erfolgt zum vereinbarten Wert, ohne Anrechnung einer Unterversicherung. Genau dafür wird die höhere Prämie bezahlt.
Die Größenordnung der Prämie
Als Orientierung liegen die Sätze bei 0,5 bis 1,5 Prozent der Versicherungssumme im Jahr. Preisbestimmend sind der Aufbewahrungsort, die Selbstbeteiligung, ob die Stücke getragen werden und der Wohnort. Ein Bestand von 20.000 Euro kostet damit grob 100 bis 300 Euro jährlich. Über 20 Jahre summiert sich das auf einen Betrag, der einem erheblichen Teil des versicherten Werts entspricht, und das gehört in die Entscheidung.
Was der Versicherer verlangt
Ein Verzeichnis mit Fotos und Wertnachweisen, bei größeren Stücken ein Gutachten mit Wiederbeschaffungswert, das meist alle 3 bis 5 Jahre aktualisiert werden muss. Dazu Angaben zur Aufbewahrung. Wer einen Tresor mit bestimmten Anforderungen nachweist, zahlt weniger. Diese Unterlagen kosten selbst Geld: 80 bis 300 Euro je Gutachten, was bei kleinen Beständen gegen die Police spricht.
Wann sich die Police lohnt
Drei Fälle. Wenn der Bestand die Wertsachengrenze der Hausratversicherung übersteigt. Wenn einzelne Stücke täglich getragen werden und ein Verlust nicht verschmerzbar wäre. Und wenn häufig gereist wird, weil die Außenversicherung dann regelmäßig nicht ausreicht. In allen anderen Fällen ist die Erhöhung der Wertsachenposition in der bestehenden Hausratversicherung der günstigere Weg.
Der Nachweis, dass das Stück vorhanden war und was es wert ist. Deshalb gehört das Verzeichnis außerhalb der Wohnung gespeichert, etwa in einer Cloud oder bei Verwandten. Fotos vom Tragen mit erkennbarem Datum sind ein starkes Beweismittel. Und melden Sie Veränderungen: Ein neu gekauftes Stück ist nicht automatisch mitversichert, wenn die Police auf benannte Positionen läuft.
Vor jedem Abschluss lohnt der Blick in die bestehende Hausratpolice. In vielen Fällen genügt eine Anpassung der Versicherungssumme samt Unterversicherungsverzicht, und das kostet einen Bruchteil einer eigenständigen Wertsachendeckung. Sie senkt die Prämie spürbar und ist bei einem Bestand, dessen Einzelstücke im vierstelligen Bereich liegen, gut vertretbar. Üblich sind Beträge von 150 bis 500 Euro je Schadensfall. Wer ohnehin nur bei einem größeren Verlust melden würde, zahlt mit einer niedrigen Selbstbeteiligung jahrelang für eine Deckung, die er nie nutzt.