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Juwelier · Wert & Preis

Wie viel sollte man für Trauringe einplanen?

Trauringe sind die einzige Anschaffung im Schmuckbereich, die fast jeder einmal macht, und die Preisspanne ist entsprechend groß. Ein paar feste Größen helfen bei der Einordnung.

Wie viel sollte man für Trauringe einplanen?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Für ein schlichtes Paar aus 585er Gold beginnen realistische Preise bei etwa 600 Euro, in 750er Gold oder Platin bei rund 1.200 Euro. Steine, Breite und Sonderformen erhöhen das deutlich.

Was den Preis bestimmt

Vier Faktoren: das Metall, das Gewicht, die Ausführung und der Steinbesatz. Das Gewicht folgt aus Breite, Höhe und Ringgröße. Ein 4 Millimeter breiter Ring in 585er Gold wiegt je nach Profil 4 bis 7 Gramm, in Platin bei gleicher Form fast das Doppelte. Der Materialanteil ist damit berechenbar, der Rest ist Fertigung. Bei Serienringen ist die Fertigung günstig, bei Handanfertigung nicht.

Grobe Preisstufen

Als Orientierung für ein Paar: schlichte Serienringe in 585er Gold ab etwa 600 bis 900 Euro, in 750er Gold oder Palladium ab etwa 1.000 bis 1.500 Euro, in Platin ab etwa 1.400 Euro. Handanfertigungen beginnen meist bei 1.500 Euro und haben nach oben keine Grenze. Ein kleiner Brillant im Damenring kostet je nach Größe 150 bis 600 Euro zusätzlich, eine umlaufende Steinreihe deutlich mehr.

Wo sich sinnvoll sparen lässt

Bei der Breite: Jeder Millimeter mehr kostet Material über die gesamte Ringlänge. Bei der Oberfläche: mattiert oder gebürstet ist meist nicht teurer als poliert, verzeiht aber Kratzer besser und muss seltener nachgearbeitet werden. Beim Metall: 585er Gold ist deutlich günstiger als 750er und im Alltag härter. Und beim Steinbesatz, der beim Wiederverkauf ohnehin nichts bringt.

Wo sich Sparen rächt

Bei der Wandstärke. Ein Ring mit weniger als 1,3 Millimetern Materialstärke ist nach 15 Jahren Tragen an der Unterseite dünn und muss aufgedoppelt werden, was 150 bis 300 Euro kostet. Bei hohl gearbeiteten Ringen ist das Problem größer, denn sie lassen sich kaum reparieren. Fragen Sie nach massiv oder hohl und nach der Wandstärke in Millimetern, das steht nie am Etikett.

Die Nebenkosten, die vergessen werden

Gravur, meist 15 bis 40 Euro je Ring bei Laser, mehr bei Handgravur. Größenänderung, falls nötig, 40 bis 120 Euro. Eine spätere Auffrischung bei Weißgold alle 1 bis 2 Jahre, 30 bis 80 Euro je Ring. Wer Weißgold wählt, kauft damit eine wiederkehrende Position mit, und über 20 Jahre summiert sich das auf einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag.

Was die Entscheidung erleichtert

Zuerst das Metall festlegen, weil es die Folgekosten bestimmt. Dann die Breite anprobieren, auch für den Alltag mit Handschuhen und Arbeit. Dann die Ringgröße am Nachmittag messen lassen. Und erst zuletzt über Steine sprechen. Diese Reihenfolge führt fast immer zu einem Ergebnis, das nach 10 Jahren noch passt, während der umgekehrte Weg beim Aussehen beginnt und bei einer Reparatur endet.

Kaufen Sie beide Ringe im selben Material und beim selben Betrieb. Unterschiedlich harte Legierungen reiben sich gegenseitig ab, und der weichere Ring verliert. Das ist der häufigste vermeidbare Schaden an Trauringen überhaupt. Anfertigungen brauchen je nach Betrieb 3 bis 8 Wochen, in der Hochsaison länger. Rechnen Sie zusätzlich Zeit für eine mögliche Größenänderung und für die Gravur ein. Eine Bestellung 3 Monate vor dem Termin ist ein guter Richtwert; wer 2 Wochen vorher kommt, ist auf Lagerware angewiesen.

Quellen
  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
  2. Statistisches Bundesamt
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.