Worin unterscheiden sich Handgravur und Lasergravur?
Für eine Trauringgravur mit zwei Namen und einem Datum ist die Entscheidung meist eine Preisfrage. Bei Erbstücken und bei Reparaturen wird sie zur Frage der Umkehrbarkeit.
Bild: KI-erzeugtDie Handgravur schneidet Material mit einem Stichel heraus und hinterlässt glänzende Schnittflanken. Die Lasergravur verdampft Material und hinterlässt eine matte, graue Spur. Nur die Handgravur lässt sich später herauspolieren.
Wie die Handgravur arbeitet
Ein Stichel wird durch das Metall geführt und hebt einen Span aus. Der Schnitt ist V-förmig, und die Flanken bleiben glatt und glänzend, weshalb die Schrift im Licht aufblitzt. Der Graveur bestimmt Strichstärke und Schwung, jede Ausführung ist ein Unikat. Möglich ist die Technik auf allen üblichen Edelmetallen, nicht aber auf gehärtetem Stahl oder auf beschichteten Oberflächen, bei denen der Span die Beschichtung mit abhebt.
Wie die Lasergravur arbeitet
Ein fokussierter Strahl trägt Material durch Verdampfen ab oder verändert die Oberfläche thermisch. Es entsteht keine V-Form, sondern eine flache Mulde mit rauer, meist grau wirkender Oberfläche. Dafür ist die Technik extrem präzise, arbeitet auch auf sehr harten Werkstoffen wie Titan, Keramik und gehärtetem Stahl und kann Bilder, Fingerabdrücke oder Handschriften eins zu eins übertragen. Bei sehr kleinen Schriftgrößen unter 1 Millimeter ist sie der Handgravur überlegen.
Umkehrbarkeit und spätere Änderungen
Eine Handgravur sitzt tiefer und lässt sich in der Regel wegpolieren, weil das umliegende Material abgetragen wird, bis die Schnittflanken verschwinden. Der Ring wird dabei minimal dünner. Eine Lasergravur ist oft flacher und lässt sich ebenfalls entfernen, hinterlässt bei thermischer Veränderung aber gelegentlich einen Schatten im Gefüge. Wer damit rechnet, eine Gravur später ändern zu müssen, etwa bei einem Datum, sollte das vorher ansprechen.
Was es kostet
Die Lasergravur kostet bei üblichen Trauringtexten meist zwischen 15 und 40 Euro je Ring, weil sie nach dem Einrichten schnell läuft. Handgravur wird nach Aufwand berechnet und beginnt bei etwa 40 bis 60 Euro für eine kurze Zeile, aufwendige Motive und Monogramme liegen deutlich höher. Der Unterschied liegt nicht in der Technik allein, sondern in der Arbeitszeit eines ausgebildeten Graveurs.
Was bei welcher Ware sinnvoll ist
Innen in Trauringe passt beides, hier entscheidet der Geschmack. Auf Uhrenböden ist Laser üblich, weil der Stahl hart ist. Auf antiken Stücken und bei Wappen ist Handgravur die richtige Wahl, weil sie zum Charakter passt und der Wert eines historischen Stücks unter einer maschinellen Spur leidet. Bei beschichteter Ware, etwa rhodiniertem Weißgold, muss ohnehin nachbehandelt werden, denn beide Techniken durchbrechen die Schicht.
Die Gravur macht aus einem Standardstück ein individualisiertes. Damit entfällt beim Fernabsatz regelmäßig das Widerrufsrecht, und beim Wiederverkauf sinkt der Preis auf den Materialwert. Wer sich bei Größe oder Modell noch nicht sicher ist, sollte deshalb erst anprobieren und die Gravur zuletzt setzen lassen.
Für die Bestellung gilt: Text, Schriftart und Position schriftlich festhalten und vor dem Gravieren gegenzeichnen. Ein Tippfehler in einem Datum ist der teuerste Fehler in diesem ganzen Vorgang, weil er entweder bleibt oder Material kostet. Rechnen Sie bei Handgravur mit 2 bis 5 Werktagen Vorlauf, bei Lasergravur oft nur mit 1 Tag, und bei Trauringen mit einem Aufschlag von etwa 20 Euro je Ring für die Nacharbeit an rhodinierten Flächen.
- § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag (Gesetze im Internet)
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)