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Warum bedeutet Karat zwei verschiedene Dinge?

Zwei Bedeutungen, ein Wort: Das ist die häufigste Verwechslung im gesamten Schmuckbereich, und sie führt regelmäßig zu falschen Preiserwartungen in beide Richtungen.

Warum bedeutet Karat zwei verschiedene Dinge?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Bei Steinen ist Karat ein Gewicht: 1 Karat sind 0,2 Gramm. Bei Gold ist Karat ein Anteil: 24 Karat entsprechen 999 Tausendsteln, 18 Karat 750 und 14 Karat 585.

Karat als Gewicht

Das metrische Karat ist eine Masseneinheit für Edelsteine und Perlen. Ein Karat entspricht exakt 0,2 Gramm, also 200 Milligramm. Die Einheit wird mit ct abgekürzt und üblicherweise auf zwei Nachkommastellen angegeben. Ein Stein mit 0,50 ct wiegt damit 100 Milligramm, einer mit 1,00 ct wiegt 200 Milligramm. Wichtig: Das Gewicht ist keine Größenangabe. Wie groß ein Stein von 1 Karat wirkt, hängt vom Schliff ab, ein flacher Stein wirkt größer als ein tiefer bei gleichem Gewicht.

Karat als Feingehalt

Beim Gold beschreibt Karat den Anteil Feingold in 24 Teilen der Legierung. 24 Karat sind reines Gold, also 999 oder 999,9 Tausendstel. 18 Karat sind 18 von 24 Teilen, das entspricht 750 Tausendsteln. 14 Karat sind 585, 9 Karat sind 375, 8 Karat sind 333. In Deutschland ist die Angabe in Tausendteilen üblich und gesetzlich vorgesehen, in vielen anderen Ländern die Angabe in Karat. Auf importierten Stücken steht deshalb oft 14k oder 18k statt 585 oder 750.

Warum der Preis so unterschiedlich reagiert

Beim Gold ist der Zusammenhang linear: Doppelter Feingehalt heißt doppelter Materialwert. Bei Steinen ist er das gerade nicht. Ein Diamant mit 1,00 ct kostet deutlich mehr als zwei Steine mit je 0,50 ct, weil große Rohsteine seltener sind. Der Preis je Karat steigt mit dem Gewicht sprunghaft, und die Sprünge liegen an runden Marken: bei 0,30, bei 0,50, bei 0,70, bei 1,00 und bei 2,00 Karat. Ein Stein mit 0,98 ct kostet deshalb spürbar weniger als einer mit 1,01 ct, obwohl der Unterschied mit bloßem Auge nicht zu sehen ist.

Wo die Verwechslung teuer wird

Beim Verkauf von Erbschmuck. Wer liest 585 auf dem Ring und im Kopf 585 Karat rechnet, hält ein Alltagsstück für eine Rarität. Umgekehrt hält mancher einen Ring mit 14k für minderwertig, weil die Zahl kleiner ist als 585, obwohl beides dasselbe bezeichnet. Und beim Steinkauf führt die Frage nach wie viel Karat regelmäßig zu einer Antwort über das Gold, weil der Verkäufer die andere Bedeutung meint. Fragen Sie deshalb getrennt: Feingehalt des Metalls, Gewicht des Steins.

Die Umrechnung im Kopf

Für Gold: Karatzahl durch 24, mal 1.000, ergibt die Tausendstel. 18 durch 24 sind 0,75, also 750. Für Steine: Karat mal 0,2 ergibt Gramm. 0,75 ct sind 0,15 Gramm. Beide Rechnungen sind einfach, und wer sie im Laden einmal laut macht, klärt das Gespräch für den Rest des Besuchs.

Auf die Rechnung gehören beide Angaben nebeneinander und klar benannt: Metall 750, Stein 0,42 ct. Wer nur eine Zahl auf dem Beleg findet, sollte fragen, welche der beiden gemeint ist, bevor er unterschreibt.

Quellen
  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
  2. Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.