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Juwelier · Pflege & Reparatur

Wie wird eine gerissene Kette repariert?

Eine gerissene Kette ist der häufigste Reparaturfall überhaupt. Ob sie sich lohnt, hängt fast vollständig vom Kettenmuster ab.

Wie wird eine gerissene Kette repariert?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Das gebrochene Glied wird ersetzt oder gelötet. Bei Panzer-, Erbs- und Ankerketten ist das unproblematisch und kostet meist 25 bis 60 Euro. Schlangen- und Fuchsschwanzketten lassen sich oft nicht sauber reparieren.

Was bei der Reparatur geschieht

Die Bruchstelle wird gesucht, das beschädigte Glied entfernt oder aufgebogen, ein passendes Glied eingesetzt und gelötet. Danach wird die Lötstelle verputzt und poliert, bei Weißgold folgt eine Rhodinierung. Verwendet wird Lot mit passendem Feingehalt und passender Farbe. Der Aufwand liegt bei einer einfachen Stelle bei 15 bis 30 Minuten, entsprechend liegen die Kosten meist zwischen 25 und 60 Euro.

Wo es einfach ist und wo nicht

Panzer-, Erbs-, Anker- und Figaroketten bestehen aus einzeln gelöteten Gliedern und lassen sich an jeder Stelle reparieren. Königsketten ebenfalls, mit etwas mehr Aufwand. Venezianerketten sind schwieriger, weil ein Würfelglied kaum sauber zu ersetzen ist. Schlangen- und Fuchsschwanzketten sind praktisch nicht reparabel: Sie bestehen aus ineinandergeschobenen Bauteilen, und eine Lötstelle bleibt hart und sichtbar.

Die Frage nach der Ursache

Reißt eine Kette an derselben Stelle wiederholt, ist der Grund selten Zufall. Häufig ist der Anhänger zu schwer für das Kettenmuster, oder die Öse hat eine scharfe Kante und sägt sich durch. Manchmal ist die Kette an einer Stelle gedehnt, weil sie einmal gezogen wurde. Ein guter Betrieb sieht sich deshalb die ganze Kette an, nicht nur den Bruch.

Wann sich die Reparatur nicht lohnt

Bei sehr dünnen Ketten aus 333er Gold, deren Materialwert unter dem Arbeitspreis liegt. Bei vergoldeter Ware, weil das Löten die Schicht zerstört. Und bei Ketten, die bereits mehrfach repariert wurden und an mehreren Stellen dünn sind. In diesen Fällen ist der Ankauf als Bruchgold plus Neukauf die klarere Rechnung.

Der Verschluss als eigentliche Schwachstelle

Häufig ist nicht die Kette gerissen, sondern der Federring hat sich geöffnet. Federringe ermüden, und ihr kleiner Bügel gibt bei Zug nach. Ein Austausch gegen einen Karabiner kostet meist 20 bis 50 Euro und ist bei einer wertvollen Kette die sinnvollste Einzelmaßnahme überhaupt. Bei schweren Ketten empfiehlt sich ein Kastenschloss mit Sicherheitsacht.

Die Kette nicht weitertragen und nicht provisorisch verknoten, denn ein Knoten belastet die Nachbarglieder. Beide Enden und den Anhänger zusammen zur Werkstatt bringen. Und prüfen lassen, ob der Feingehalt des Verschlusses dem der Kette entspricht: Ein 333er Verschluss an einer 585er Kette ist verbreitet und drückt beim späteren Verkauf den Wert, wenn nicht getrennt gewogen wird.

Vorbeugend hilft, die Kette beim Schlafen und beim Sport abzunehmen und sie liegend statt hängend aufzubewahren. Hängende Lagerung belastet immer dieselbe Stelle, und genau dort reißt sie später. Nicht nur die Bruchstelle, sondern die ganze Länge. Eine Kette, die einmal überdehnt wurde, hat oft mehrere geschwächte Glieder, und die nächste Reparatur folgt in wenigen Monaten. Lassen Sie sich sagen, ob die Kette insgesamt noch tragfähig ist. Bei mehreren dünnen Stellen ist der Austausch die ehrlichere Lösung, und ein seriöser Betrieb sagt das von sich aus.