Wie pflegt man eine Perlenkette richtig?
Perlen sind das einzige verbreitete Schmuckmaterial, das lebt: Sie sind organisch gewachsen und reagieren auf alles, was auf die Haut kommt. Die Pflege ist deshalb einfach, aber konsequent.
Bild: KI-erzeugtMit einem weichen, leicht feuchten Tuch nach jedem Tragen, ohne Bad und ohne Reiniger. Perlen kommen zuletzt an und zuerst ab, und sie werden liegend aufbewahrt, nicht hängend.
Warum Perlen so empfindlich sind
Perlmutt besteht aus Aragonitplättchen, die von einer organischen Substanz zusammengehalten werden. Diese Substanz wird von Säure angegriffen. Schweiß, Parfum, Haarspray, Cremes, Zitrusfrüchte und Essig genügen dafür. Der Schaden zeigt sich nicht sofort, sondern als langsames Stumpfwerden über Jahre, und er ist nicht rückgängig zu machen: Ein Nachpolieren trägt Perlmutt ab.
Die Reihenfolge beim Anlegen
Perlen kommen als Letztes an und als Erstes ab. Also erst Parfum und Haarspray auftragen, einziehen lassen, dann die Kette anlegen. Nach dem Tragen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abwischen, um Hautfett und Schweiß zu entfernen. Diese 20 Sekunden entscheiden darüber, ob eine Kette nach 30 Jahren noch glänzt.
Was auf keinen Fall passiert
Kein Ultraschallbad, kein Dampfstrahler, kein Silber- oder Goldreiniger, kein Alkohol, keine Zahnpasta. Auch keine längere Lagerung in einem luftdichten Beutel, denn Perlen brauchen ein Mindestmaß an Luftfeuchtigkeit und können sonst austrocknen und feine Risse bekommen. Der Platz auf der Heizung oder im Autofenster ist aus demselben Grund ungeeignet.
Die richtige Aufbewahrung
Liegend, auf weichem Untergrund, getrennt von hartem Schmuck. Hängend gelagerte Ketten dehnen den Faden zusätzlich. Ein Stoffbeutel oder ein ausgekleidetes Fach ist ideal, hartes Metall in derselben Schublade nicht: Ein Ring genügt, um über Jahre feine Kratzer zu erzeugen. Für Reisen gehört die Kette in ein eigenes weiches Etui.
Das Neufädeln als Wartung
Der Seidenfaden nimmt Fett auf, dehnt sich und wird spröde. Bei täglichem Tragen ist alle 2 bis 3 Jahre neu zu fädeln, sonst reißt er ohne Vorwarnung. Zeichen sind eine sichtbar längere Kette, graue Zwischenräume zwischen den Perlen und hörbares Klappern. Die Arbeit kostet meist 40 bis 120 Euro und beinhaltet meist eine schonende Reinigung.
Kleine Abplatzungen am Bohrloch lassen sich manchmal durch Umdrehen der Perle verbergen. Eine großflächig stumpfe Perle kann in seltenen Fällen nachbearbeitet werden, verliert dabei aber Substanz. Ein Ersatz muss in Größe, Form, Farbe und Lüster passen und ist bei alten Ketten schwer zu finden. Deshalb ist Vorbeugung hier mehr wert als bei jedem anderen Material.
Eine Perlenkette, die nie getragen wird, altert übrigens auch: Ohne Kontakt mit der Haut trocknet sie eher aus. Tragen ist die beste Pflege, sofern die Regel mit dem Abwischen eingehalten wird. Gelblich gewordene Perlen sind meist nicht verschmutzt, sondern gealtert: Die organische Substanz im Perlmutt vergilbt mit den Jahrzehnten. Das lässt sich nicht rückgängig machen, und jeder Versuch mit Bleichmitteln zerstört die Oberfläche. Was hilft, ist Vorbeugung durch regelmäßiges Abwischen. Bei ungleichmäßiger Verfärbung einzelner Perlen in einer Kette kann ein Fachbetrieb sie umsortieren, sodass der Verlauf harmonisch bleibt. Rechnen Sie mit einem Neufädeln alle 2 bis 3 Jahre und mit 40 bis 120 Euro je Kette.
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag (Gesetze im Internet)