Was tun, wenn Weißgold gelblich wird?
Der Effekt tritt bei fast jedem Weißgoldring irgendwann auf und wird regelmäßig für einen Mangel gehalten. Er ist die normale Folge einer sehr dünnen Beschichtung.
Bild: KI-erzeugtDas ist kein Materialfehler, sondern die durchgelaufene Rhodiumschicht. Eine Auffrischung kostet meist 30 bis 80 Euro und ist an einem täglich getragenen Ring alle 12 bis 24 Monate fällig.
Warum der gelbliche Ton auftaucht
Weißgold ist eine Legierung aus Gold und aufhellenden Metallen und bleibt trotzdem leicht gelblich oder gräulich. Für das reine Weiß wird galvanisch Rhodium aufgebracht, üblich sind 0,1 bis 0,2 Mikrometer. Diese Schicht reibt sich ab, zuerst an der Innenseite und an den Kanten. Darunter kommt die eigentliche Legierung zum Vorschein, und die ist wärmer im Ton. Der Ring ist also nicht schlechter geworden, er zeigt nur sein Grundmaterial.
Was die Auffrischung umfasst
Das Stück wird gereinigt, poliert und neu rhodiniert. Der Preis liegt je nach Aufwand meist zwischen 30 und 80 Euro, bei aufwendig gefassten Stücken darüber. Die Haltbarkeit entspricht der der ersten Schicht: an einem täglich getragenen Ring 12 bis 24 Monate, an Ketten und Ohrringen oft viele Jahre, weil dort kaum Reibung entsteht.
Was dabei zu beachten ist
Empfindliche Steine müssen ausgefasst oder abgedeckt werden, denn die Vorbehandlung ist ein chemischer Prozess. Betroffen sind Perlen, Opale, Smaragde, Türkis und Bernstein. Außerdem wird bei jedem Auffrischen poliert, und Polieren trägt Material ab. Über zwei Jahrzehnte summiert sich das zu einer messbaren Verringerung der Wandstärke, besonders an schmalen Ringen.
Wie man den Abstand verlängert
Den Ring bei grober Arbeit abnehmen, denn Schleifreibung an Werkzeugen und Lenkrädern ist die Hauptursache. Reinigungsmittel und Chlorwasser meiden, weil beides die Schicht angreift. Und beim nächsten Kauf auf die Legierung achten: Palladiumweißgold hat einen besseren Weißgrad und kann in vielen Fällen ohne Rhodinierung getragen werden.
Der Zusammenhang mit Hautreaktionen
Solange die Schicht dicht ist, gibt sie kaum Nickel frei. Läuft sie durch, liegt bei nickelhaltigem Weißgold die Legierung frei, und genau dann beginnen bei Sensibilisierten die Beschwerden, oft Jahre nach dem Kauf. Wer eine Rötung genau an der Kontaktstelle bemerkt, sollte die Legierung prüfen lassen, statt nur neu zu rhodinieren.
Platin ist von Natur aus weiß und braucht keine Beschichtung. Es entwickelt bei Gebrauch eine matte Patina, die sich polieren lässt, verliert dabei aber kaum Material, weil es verdrängt statt abgetragen wird. Palladium verhält sich ähnlich. Beide sind in der Anschaffung teurer und im Unterhalt günstiger, und über 20 Jahre gerechnet gleicht sich das aus.
Wer einen Weißgoldring kauft, sollte deshalb nach der Legierung und nach dem empfohlenen Auffrischungsintervall fragen. Aus der Antwort ergibt sich, ob man ein Stück kauft oder ein Stück plus eine wiederkehrende Rechnung. Zwei Ringe, die nebeneinander getragen werden, sollten gemeinsam aufgefrischt werden, sonst unterscheiden sie sich im Ton. Über 30 Jahre summieren sich die Auffrischungen bei täglichem Tragen auf 15 bis 30 Termine je Ring. Wer das nicht möchte, sollte beim Kauf über Palladiumweißgold oder Platin sprechen; der Aufpreis in der Anschaffung ist oft kleiner als die Summe der späteren Wartung.
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Nickel