Was gehört zu einem fachgerechten Batteriewechsel?
Der Batteriewechsel gilt als Kleinigkeit und ist der häufigste Anlass für spätere Wasserschäden. Der Unterschied zwischen 8 Euro und 25 Euro entscheidet darüber.
Bild: KI-erzeugtNeue Batterie, neue Bodendichtung und eine Dichtheitsprüfung. Ohne diese drei Schritte ist die Uhr nach dem Wechsel nicht mehr wasserdicht, auch wenn sie es vorher war.
Was fachgerecht bedeutet
Der Boden wird geöffnet, die alte Batterie entnommen und fachgerecht entsorgt, die Kontakte werden geprüft und gereinigt, die neue Batterie eingesetzt, ohne sie mit bloßen Fingern zu berühren. Dann wird die Bodendichtung ersetzt und leicht gefettet, der Boden mit dem vorgeschriebenen Drehmoment geschlossen und die Uhr auf Dichtheit geprüft. Zum Schluss wird die Gangkontrolle durchgeführt.
Warum die Dichtung dazugehört
Sie ist ein Verschleißteil und wird beim Öffnen gestaucht und verdreht. Eine wiederverwendete Dichtung dichtet in vielen Fällen nicht mehr zuverlässig, und die Folgen zeigen sich erst Monate später beim Händewaschen oder im Regen. Die Dichtung kostet wenige Euro, die Werkreinigung nach einem Wassereintritt liegt schnell im dreistelligen Bereich.
Die Sache mit den Fingern
Hautfett auf der Batterie erzeugt Kriechströme und beschleunigt die Entladung, außerdem begünstigt es Korrosion an den Kontakten. Deshalb wird mit einer Pinzette gearbeitet. Ebenso wichtig: der richtige Batterietyp. Eine falsche Bauhöhe kann den Boden nicht mehr richtig schließen lassen oder auf die Werkbrücke drücken.
Ausgelaufene Batterien
Eine Batterie, die zu lange in einer stehenden Uhr bleibt, kann auslaufen. Das Elektrolyt greift Werkteile an, und die Reparatur ist deutlich teurer als der Wechsel. Deshalb gilt: Wer eine Quarzuhr längere Zeit nicht trägt, sollte die Batterie entnehmen lassen. Viele Werke haben eine Endabschaltung, bei der der Sekundenzeiger in Vierersprüngen läuft; das ist das Signal für einen baldigen Wechsel.
Was der Beleg enthalten sollte
Vier Angaben: verwendeter Batterietyp, Austausch der Dichtung, durchgeführte Dichtheitsprüfung mit dem geprüften Druck und das Datum. Damit ist im Streitfall belegt, was gemacht wurde. Ohne diese Angaben ist ein späterer Wasserschaden kaum jemandem zuzuordnen, und die Diskussion beginnt bei null.
Wo Vorsicht geboten ist
Bei Uhren mit verschraubtem Boden und bei Modellen mit Spezialwerkzeug ist der Wechsel keine Kleinigkeit. Bei Uhren mit Garantie kann ein Öffnen durch einen nicht autorisierten Betrieb die Herstellergarantie kosten. Und bei sehr flachen Werken ist die Gefahr groß, beim Öffnen das Glas oder die Lünette zu beschädigen. Bei wertvollen Uhren lohnt der Weg zum Fachmann auch für diese kleine Arbeit.
Ein praktischer Hinweis: Lassen Sie den Wechsel vor der Badesaison machen, nicht danach. Dann ist die Dichtung frisch, wenn sie gebraucht wird, statt am Ende ihres zweiten Jahres. Bei solarbetriebenen Uhren steckt kein Wechselakku im üblichen Sinn, sondern ein Sekundärelement, das viele Jahre hält und irgendwann seine Kapazität verliert. Der Austausch ist eine Werkstattarbeit und keine Kleinigkeit. Zeichen für ein erschöpftes Element sind eine Uhr, die im Dunkeln schnell stehen bleibt, obwohl sie regelmäßig Licht bekommt. Auch hier gehören neue Dichtungen und eine Dichtheitsprüfung dazu. Übliche Laufzeiten liegen bei 2 bis 3 Jahren, bei Werken mit Zusatzfunktionen kürzer. Hält eine Batterie nur wenige Monate, stimmt etwas nicht: Häufige Ursachen sind ein hoher Stromverbrauch durch ein schwergängiges Werk, Feuchtigkeit im Gehäuse oder ein falscher Batterietyp. In diesem Fall ist ein erneuter Wechsel die falsche Antwort, denn das Werk gehört untersucht.
- § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag (Gesetze im Internet)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)