Was unterscheidet Silber 925 von Silber 835?
Beide Zahlen stehen auf deutschem Silber, und beide sind völlig regulär. Der Unterschied betrifft Härte, Farbe, Anlaufverhalten und den Materialwert.
Bild: KI-erzeugtDen Feingehalt. 925 bedeutet 925 Teile Feinsilber auf 1.000, 835 entsprechend weniger. Der höhere Kupferanteil macht 835er härter, aber auch anfälliger für Anlaufen.
Was die Zahlen bedeuten
Die Angabe erfolgt in Tausendteilen des Gesamtgewichts. 925 heißt: 925 Teile Feinsilber, 75 Teile andere Metalle, praktisch immer Kupfer. Das ist die international übliche Qualität, bekannt als Sterlingsilber. 835 bedeutet 835 Teile Feinsilber und 165 Teile Kupfer. Diese Legierung war in Deutschland lange bei Besteck und Korpuswaren verbreitet. Daneben kommen 800 und 830 vor, bei sehr altem Silber auch 750 und niedriger.
Härte und Verarbeitung
Mehr Kupfer bedeutet mehr Härte. Ein Löffel aus 835er Silber hält der täglichen Nutzung besser stand als einer aus 925, verbiegt sich weniger und behält seine Kante länger. Genau deshalb wurde die Legierung für Besteck gewählt. Für Schmuck ist die höhere Härte weniger wichtig als die Farbe: 925 ist heller und wirkt weißer, 835 hat einen leicht wärmeren, gräulicheren Ton, der neben Sterlingsilber auffällt.
Anlaufen und seine Ursache
Silber läuft an, weil Schwefelverbindungen aus der Luft mit ihm reagieren; es bildet sich dunkles Silbersulfid. Der Kupferanteil beschleunigt das zusätzlich, weil auch Kupferoxide entstehen. Deshalb läuft 835er Silber in der Regel schneller und etwas bräunlicher an als 925er. Beides ist reversibel: Ein Silberputztuch oder ein Bad mit Aluminium und Natriumcarbonat löst die Verbindung, ohne Material abzutragen. Silberputzmittel mit Schleifkörpern tun das nicht, sie polieren Substanz weg.
Der Materialwert im Vergleich
Er folgt dem Feingehalt linear. Bei 100 Gramm Bruttogewicht enthält ein Stück aus 925er Silber 92,5 Gramm Feinsilber, eines aus 835er 83,5 Gramm. Der Unterschied beträgt knapp 10 Prozent. Beim Ankauf kommen bei beiden dieselben Abschläge für Scheiden und Handelsspanne hinzu. Wer Besteck verkauft, sollte deshalb sortieren: 800er, 835er und 925er getrennt wiegen, sonst wird über den ganzen Posten der niedrigste Satz gerechnet.
Der Unterschied zu versilberter Ware
Auf versilbertem Besteck stehen häufig Zahlen wie 90 oder 100. Sie bezeichnen nicht den Feingehalt, sondern die aufgetragene Menge Feinsilber in Gramm je 24 Teile. Solche Stücke sind im Kern aus Neusilber und haben praktisch keinen Materialwert. Die Verwechslung dieser beiden Zahlensysteme ist die häufigste Fehleinschätzung bei Nachlässen: Ein Kasten mit 100er Besteck wirkt wertvoller als einer mit 835, ist aber ein Bruchteil wert.
Was beim Kauf zu beachten ist
Für Schmuck ist 925 der sinnvolle Standard, weil er international verstanden wird und beim Wiederverkauf keine Fragen aufwirft. Bei Besteck ist 835 gleichwertig und häufig günstiger. Wichtig ist in beiden Fällen die Punze; fehlt sie, entscheidet eine Messung, und die dauert beim Juwelier wenige Minuten.
Zur Aufbewahrung: Silber gehört luftdicht, am besten in einen verschlossenen Beutel mit einem Anlaufschutzstreifen. Damit bleibt ein Besteckkasten über Jahre hell, während offen gelagerte Stücke schon nach wenigen Monaten dunkeln. Bei Ketten und Bestecken sitzt an jeder Verbindung Lot mit niedrigerem Feingehalt. Bei feingliedrigen Silberketten kann der Lotanteil mehrere Prozent der Masse ausmachen, was beim Ankauf einen kleinen Abschlag rechtfertigt. Wer eine gemischte Kiste verkauft, sollte deshalb darauf achten, dass nach Feingehalt sortiert und nicht pauschal der niedrigste Satz gerechnet wird.
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
- § 3 FeingehG, Feingehaltsangabe (Gesetze im Internet)