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Was ist der Unterschied zwischen vergoldet, hartvergoldet und Doublé?

Drei Begriffe, ein Aussehen, drei sehr verschiedene Lebensdauern. Der Unterschied zeigt sich nicht beim Kauf, sondern nach ein bis zwei Jahren Tragen.

Was ist der Unterschied zwischen vergoldet, hartvergoldet und Doublé?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Alle drei tragen Gold auf einem anderen Metall, aber in sehr verschiedener Dicke. Vergoldung liegt oft unter 1 Mikrometer, Hartvergoldung deutlich darüber, Doublé trägt eine mechanisch aufgewalzte Schicht und hält am längsten.

Galvanische Vergoldung

Das Trägermetall, meist Messing, Silber oder Edelstahl, wird in ein Bad gehängt, und Gold lagert sich elektrolytisch ab. Die übliche Schichtdicke bei Modeschmuck liegt zwischen 0,1 und 0,5 Mikrometern, also im Bereich eines Tausendstels Millimeter. Diese Schicht ist so dünn, dass sie an Reibstellen innerhalb weniger Monate durchläuft. Erkennbar wird das an Kanten, Verschlüssen und an der Innenseite von Ringen, wo zuerst das darunterliegende Metall durchscheint.

Hartvergoldung

Der Begriff meint eine deutlich stärkere Auflage, in der Praxis ab etwa 1 Mikrometer, häufig 2 bis 5. Zusätzlich wird das Gold mit geringen Anteilen Kobalt oder anderen Metallen legiert, was die Oberfläche härter und abriebfester macht. Solche Stücke halten mehrere Jahre, bei seltener Nutzung deutlich länger. Der Begriff ist allerdings nicht durchgehend genormt, deshalb ist die Angabe der Schichtdicke in Mikrometern aussagekräftiger als das Wort selbst.

Doublé oder Walzgold

Hier wird eine Goldschicht mechanisch mit dem Trägermetall verbunden und anschließend gemeinsam ausgewalzt. Die Schicht ist dadurch um ein Vielfaches dicker als jede galvanische Auflage, oft im Bereich von 10 bis 50 Mikrometern. Angegeben wird sie klassisch als Anteil am Gesamtgewicht, etwa ein Zwanzigstel. Solche Stücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind heute noch intakt, während moderne Vergoldungen längst durch wären.

Was der Materialwert ausmacht

Praktisch nichts, in allen drei Fällen. Eine Kette mit 20 Gramm und 0,3 Mikrometern Vergoldung trägt Gold im Bereich weniger Milligramm; der Ankaufswert liegt bei null. Auch bei Doublé lohnt das Scheiden erst bei größeren Mengen. Wer solche Stücke zum Goldankauf bringt, bekommt deshalb meist eine Absage, und das ist keine Unhöflichkeit, sondern eine Rechnung.

Wie man es selbst prüft

Der Magnettest schließt Eisenkerne aus. Ein Blick mit der Lupe auf Kanten und Verschlüsse zeigt Durchriebstellen. Eine Leitfähigkeitsmessung beim Juwelier erkennt die dünne Auflage sofort, weil sie in die Tiefe misst. Und die Punze hilft: Massives Gold trägt 333, 585 oder 750, vergoldete Ware oft Angaben wie eine Mikrometerzahl mit Zusatz oder gar keine Punze. Fehlt jede Angabe bei gleichzeitig niedrigem Gewicht, ist die Sache meist klar.

Fragen Sie nach dem Trägermetall und nach der Schichtdicke in Mikrometern. Ein Stück auf Silber mit 3 Mikrometern Hartvergoldung ist eine sinnvolle Anschaffung, eines auf Messing mit 0,2 Mikrometern ist ein Saisonartikel. Der Preisunterschied zwischen beiden ist oft kleiner als der Unterschied in der Lebensdauer.

Für die Pflege gilt: Vergoldete Ware verträgt keine Politur, denn Polieren trägt genau die Schicht ab, die das Aussehen ausmacht. Abwischen mit einem weichen trockenen Tuch, kein Ultraschall, kein Silberputzmittel. Damit hält auch eine dünne Auflage deutlich länger als bei falscher Behandlung. Fragen Sie deshalb nach der Schichtdicke in Mikrometern und nach dem Trägermetall, denn zwischen 0,3 und 5 Mikrometern liegt der Unterschied zwischen 6 Monaten und 10 Jahren.