Worauf muss man mit Schmuck im Urlaub achten?
Die meisten Verluste passieren nicht bei Einbrüchen, sondern im Wasser und im Sand. Und die meisten Schäden entstehen durch Stoffe, die man freiwillig aufträgt.
Bild: KI-erzeugtSalzwasser, Chlor, Sonnencreme und Sand greifen Metall, Steine und Fassungen an. Nehmen Sie Schmuck vor dem Baden ab und lassen Sie wertvolle Stücke am besten zu Hause.
Was Salzwasser anrichtet
Es greift Legierungen mit Kupferanteil an und lässt Silber schneller anlaufen. Kritischer ist die mechanische Wirkung: Kaltes Wasser lässt die Finger schrumpfen, und ein Ring, der an Land sitzt, rutscht im Meer ab. Genau so gehen die meisten Ringe verloren. Bei Perlen und porösen Steinen kommt hinzu, dass Salz in Poren kristallisiert und die Oberfläche schädigt.
Chlor ist der größere Feind
Chlorwasser greift Lötstellen an und kann bei bestimmten Legierungen Spannungsrisskorrosion auslösen. Betroffen sind vor allem Weißgold mit Nickel und manche Silberlegierungen. Der Schaden zeigt sich nicht sofort, sondern als plötzlicher Bruch einer Kette oder eines Verschlusses Wochen später. Deshalb gilt: Vor dem Schwimmbad alles ablegen, nicht nur die Perlen.
Sonnencreme, Sand und Insektenschutz
Sonnencreme legt sich als Film auf Steine und lässt sie stumpf wirken; unter der Fassung sammelt sich eine Masse, die Feuchtigkeit hält. Sand wirkt wie Schleifpapier und zerkratzt weiche Steine und polierte Flächen. Insektenschutzmittel mit lösenden Bestandteilen greifen Bernstein, Kunststoff und Beschichtungen an. Nach dem Strandtag hilft eine Reinigung mit lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel.
Was in den Koffer gehört und was nicht
Ins Handgepäck, niemals in den aufgegebenen Koffer, denn dort ist Schmuck bei den meisten Fluggesellschaften vom Ersatz ausgeschlossen. Am besten bleibt Wertvolles zu Hause und es reist nur, was ersetzbar ist. Ein Hotelsafe ist besser als das Zimmer, aber kein sicherer Ort im Sinne der Versicherung; viele Policen begrenzen die Außenversicherung deutlich und schließen einfachen Diebstahl aus.
Der Blick in die eigene Police
Prüfen Sie vor der Reise zwei Punkte: die Höhe der Außenversicherung und die Frage, ob einfacher Diebstahl gedeckt ist. In vielen Hausratverträgen ist er es nicht, versichert ist nur der Einbruchdiebstahl. Wer regelmäßig mit wertvollen Stücken reist, braucht eine eigene Wertsachenpolice mit Allgefahrendeckung, und die schließt Verlieren mit ein.
Beim Kauf im Ausland gelten Freigrenzen bei der Rückreise, und wird sie überschritten, ist der gesamte Wert anzumelden. Bewahren Sie die Rechnung auf. Und lassen Sie sich bei größeren Käufen Angaben zu Material, Gewicht und Steinen schriftlich geben, denn ohne diese Zeilen ist das Stück zu Hause kaum zu bewerten und kaum zu versichern.
Praktisch bewährt hat sich ein kleines Reise-Etui mit einem einfachen Ersatzstück: ein schlichter Ring aus Edelstahl für den Strand, während der gute Ring zu Hause bleibt. Das kostet wenig und verhindert genau den Verlust, der sonst am ersten Badetag passiert. Kaltes Wasser lässt die Finger um bis zu eine halbe Ringgröße schrumpfen. Ein Ring, der an Land sitzt, gleitet dann ab, und im Meer ist er verloren. Das ist der mit Abstand häufigste Verlustfall im Urlaub. Wer nicht ablegen will, sollte einen Ring mit engerer Passform für die Reise wählen oder einen Silikonring als Ersatz nutzen.
Zur Einordnung: Kaltes Wasser lässt den Fingerumfang um bis zu 2 Millimeter schrumpfen, also um etwa eine halbe Ringgröße. Die Außenversicherung vieler Hausratverträge ist zudem auf wenige Wochen und einen kleinen Anteil der Versicherungssumme begrenzt. Rechnen Sie im Hotel mit einer Deckung von 500 bis 1.500 Euro und prüfen Sie, ob die Außenversicherung auf 3 Monate begrenzt ist.