Worin unterscheiden sich Zirkonia und Moissanit?
Beide werden als Diamantalternative verkauft, und beide sind völlig eigenständige Materialien. Wer sie kennt, erkennt sie im Laden in wenigen Sekunden.
Bild: KI-erzeugtZirkonia ist kubisches Zirkoniumdioxid mit Härte 8 und wird mit den Jahren stumpf. Moissanit ist Siliciumcarbid mit Härte 9,25, deutlich haltbarer und zeigt wegen höherer Dispersion mehr Farbfeuer als ein Diamant.
Was Zirkonia ist
Kubisches Zirkoniumdioxid ist ein im Labor hergestelltes Material, das seit den 1970er Jahren in großen Mengen produziert wird. Es hat die Härte 8, eine Dichte von etwa 5,7 Gramm je Kubikzentimeter und eine Dispersion von rund 0,060. Es ist einfachbrechend wie der Diamant und im Neuzustand kaum von ihm zu unterscheiden. Der auffällige Unterschied zeigt sich am Gewicht: Ein Zirkonia in der Größe eines 1-Karat-Diamanten wiegt rund 1,6 Karat, weil das Material schwerer ist.
Was Moissanit ist
Siliciumcarbid kommt natürlich nur in winzigen Mengen in Meteoriten vor und wird für Schmuckzwecke im Labor gezüchtet. Es hat die Härte 9,25 und liegt damit zwischen Saphir und Diamant, seine Dichte beträgt etwa 3,2 Gramm je Kubikzentimeter und ist damit geringer als die des Diamanten. Entscheidend ist die Dispersion von etwa 0,104: Das ist mehr als das Doppelte des Diamanten und erzeugt ein auffälliges Farbenspiel, das Fachleute als zu viel Feuer beschreiben.
Der schnellste Test im Laden
Moissanit ist doppelbrechend. Blickt man mit einer 10-fachen Lupe schräg durch die Tafel auf die gegenüberliegenden Facettenkanten, erscheinen diese doppelt, wie ein feines Schattenbild. Diamant und Zirkonia zeigen das nicht. Zusätzlich hilft das Gewicht: Wer die Maße kennt, kann aus dem Durchmesser das erwartete Karatgewicht berechnen und mit dem tatsächlichen vergleichen. Bei Zirkonia liegt es deutlich darüber, bei Moissanit darunter.
Haltbarkeit im Alltag
Hier liegt der wichtigste praktische Unterschied. Zirkonia nimmt im täglichen Gebrauch feine Kratzer auf und wird nach 2 bis 5 Jahren sichtbar stumpf, besonders an den Kanten. Moissanit bleibt über Jahrzehnte scharf und klar, weil die Härte fast an den Diamanten heranreicht. Wer einen Ring täglich trägt und trotzdem sparen will, trifft mit Moissanit die deutlich bessere Entscheidung, auch wenn der Preis über dem von Zirkonia liegt.
Die Bezeichnung im Handel
Beide dürfen nicht als Diamant bezeichnet werden, auch nicht mit Zusätzen, die den Eindruck erwecken. Formulierungen, die einen Diamanten anklingen lassen, sind irreführend, wenn der Stein keiner ist. Zulässig sind die klaren Bezeichnungen Zirkonia beziehungsweise Moissanit, gern mit dem Zusatz synthetisch. Auf der Rechnung sollte das Material stehen, nicht nur eine Farbangabe wie weißer Stein.
Zirkonia eignet sich für Modeschmuck, für Stücke mit vielen kleinen Steinen und überall dort, wo ein späterer Austausch unproblematisch ist. Moissanit eignet sich für Stücke, die täglich getragen werden und optisch mit einem Diamanten mithalten sollen, etwa bei einem großen Stein in einem Verlobungsring. Für den Wiederverkauf taugt keiner von beiden nennenswert, denn der Zweitmarkt bezahlt bei beiden fast nichts.
Wer eine Fassung erneuern lässt, sollte den Betrieb vorher über das Material informieren. Zirkonia verträgt die Hitze beim Löten schlecht und wird milchig, Moissanit deutlich besser. Diese eine Information verhindert den häufigsten Schaden bei Reparaturen an Modeschmuck.
- § 5 UWG, Irreführende geschäftliche Handlungen (Gesetze im Internet)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)