Wie oft sollte man die Wasserdichtheit einer Uhr prüfen lassen?
Dichtungen altern, auch wenn die Uhr im Schrank liegt. Wer sich auf die Angabe im Gehäuseboden verlässt, verlässt sich auf einen Zustand von vor mehreren Jahren.
Bild: KI-erzeugtEinmal im Jahr, wenn die Uhr mit Wasser in Berührung kommt, und nach jedem Öffnen des Gehäuses. Die Prüfung kostet meist 15 bis 40 Euro und ist ein Bruchteil einer Werkreinigung nach Wassereintritt.
Warum Dichtungen altern
Sie bestehen aus Kunststoff oder Kautschuk und verlieren mit der Zeit Weichmacher. Sie werden hart, verlieren ihre Vorspannung und dichten nicht mehr. Beschleunigt wird das durch Temperaturwechsel, Sonnenlicht, Seifenlauge und Chlorwasser. Ein üblicher Richtwert für den Austausch liegt bei 2 bis 3 Jahren, spätestens jedoch bei jedem Öffnen des Gehäuses. Es gibt Dichtungen an Boden, Krone, Drückern und Glas, und jede einzelne kann versagen.
Was die Angabe auf dem Gehäuse bedeutet
Sie bezieht sich auf einen Prüfdruck im Labor an einer neuen Uhr, nicht auf eine Tauchtiefe im Alltag. Als grobe Einordnung: 3 bar ist spritzwassergeschützt, 5 bar verträgt Händewaschen, 10 bar eignet sich zum Schwimmen, ab 20 bar wird Tauchen üblich. Bewegung im Wasser erzeugt zusätzlichen Druck, warmes Wasser lässt Metall und Dichtung arbeiten. Eine 5-bar-Uhr in der Sauna ist deshalb außerhalb ihrer Bestimmung.
Wie geprüft wird
Zuerst trocken: Die Uhr kommt in eine Kammer, in der Über- oder Unterdruck aufgebaut wird, und ein Sensor misst, ob sich das Gehäuse verformt. Bestehen Zweifel, folgt eine Nassprüfung. Beide Verfahren dauern zusammen wenige Minuten. Das Ergebnis gehört auf die Rechnung, mit dem geprüften Druck. Ohne diesen Vermerk ist im Streitfall offen, ob geprüft wurde.
Der häufigste Fehler
Der Batteriewechsel ohne neue Dichtung. Der Boden wird geöffnet, die alte Dichtung wiederverwendet, und Monate später zieht die Uhr Wasser. Der Aufpreis für Dichtung und Prüfung liegt meist bei 10 bis 25 Euro und ist die günstigste Versicherung überhaupt. Fragen Sie beim Batteriewechsel ausdrücklich danach und lassen Sie es auf den Beleg schreiben.
Was Sie bei Wassereintritt tun
Sofort handeln. Uhr anhalten, Krone hineindrücken, nicht schütteln, nicht föhnen, nicht ins Reisgefäß legen. Innerhalb weniger Stunden zum Uhrmacher. Korrosion beginnt sofort, und jede Stunde erhöht die Kosten. Fotografieren Sie den Beschlag unter dem Glas, denn er verschwindet beim Trocknen und ist danach nicht mehr belegbar.
Wurde die Uhr nach einer Arbeit am Gehäuse geprüft und dies dokumentiert, spricht ein Wassereintritt kurz danach für einen Fehler beim Schließen. Zeitliche Nähe ist dabei das stärkste Argument: 3 Wochen nach dem Service ist etwas anderes als 18 Monate. Ohne Vermerk über die Prüfung wird die Diskussion schwierig, und deshalb ist dieser eine Satz auf der Rechnung so viel wert.
Für Uhren, die nie mit Wasser in Berührung kommen, genügt die Prüfung bei jedem Service. Wer schwimmt oder duscht, sollte sie jährlich einplanen, und zwar vor der Badesaison, nicht danach. Bei Uhren mit verschraubter Krone ist der häufigste Fehler, sie nach dem Stellen nicht wieder festzudrehen. Dann ist die Uhr offen, auch wenn der Boden dicht ist. Bei Drückerkronen an Chronographen gilt dasselbe. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, nach jedem Stellen die Krone bis zum Anschlag zu drehen und einmal leicht nachzufassen.
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- § 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche beim Werkvertrag (Gesetze im Internet)