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Was kostet das Neufädeln einer Perlenkette?

Das Neufädeln ist die einzige regelmäßige Wartung, die eine Perlenkette braucht, und die einzige, deren Unterlassung mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Verlust führt.

Was kostet das Neufädeln einer Perlenkette?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Je nach Länge und Ausführung meist 40 bis 120 Euro. Bei einer täglich getragenen Kette ist das etwa alle 2 bis 3 Jahre fällig, sonst reißt der Faden ohne Vorwarnung.

Warum der Faden altert

Perlenketten werden traditionell auf Seide gefädelt, weil sie geschmeidig fällt. Seide nimmt Hautfett, Schweiß und Kosmetik auf, dehnt sich und wird spröde. Bei täglichem Tragen ist der Faden nach 2 bis 3 Jahren am Ende, bei gelegentlichem Tragen hält er deutlich länger. Reißt er, rollen die Perlen davon, und einzelne verschwinden zuverlässig unter Möbeln und in Abflüssen.

Woran man den Zeitpunkt erkennt

Drei Zeichen. Die Kette ist sichtbar länger geworden, weil der Faden gedehnt ist. Zwischen den Perlen zeigt sich der Faden als grauer Zwischenraum, weil die Knoten nachgegeben haben. Und die Perlen liegen nicht mehr dicht, sondern klappern hörbar. Wer eines dieser Zeichen bemerkt, sollte die Kette nicht mehr tragen, bis sie neu gefädelt ist.

Was das Knoten leistet

Zwischen jeder Perle sitzt ein Knoten. Er verhindert zweierlei: dass die Perlen aneinander reiben und ihre Perlmuttschicht beschädigen, und dass bei einem Riss die ganze Kette auseinanderfällt. Geknotete Ketten sind deshalb Standard bei allem, was Wert hat. Ungeknotete Ausführungen sind günstiger und bei Modeschmuck üblich, für eine hochwertige Kette aber die falsche Wahl.

Was den Preis bestimmt

Länge und Zahl der Perlen, weil jeder Knoten einzeln gesetzt wird. Eine Kette mit 45 Zentimetern und rund 60 Perlen liegt meist bei 40 bis 80 Euro, längere Colliers und mehrreihige Ausführungen darüber. Kommt ein neuer Verschluss hinzu, steigt der Preis entsprechend. Manche Betriebe reinigen die Perlen im selben Arbeitsgang, das gehört zur Leistung und sollte nicht extra berechnet werden.

Was beim Auftrag zu klären ist

Die Zahl der Perlen sollte vor und nach der Arbeit übereinstimmen und auf dem Auftragsschein stehen. Vereinbaren Sie, ob geknotet wird und mit welchem Material gefädelt wird. Klären Sie, ob der vorhandene Verschluss weiterverwendet werden kann; ein abgenutzter Federring an einer wertvollen Kette ist eine Schwachstelle, deren Austausch sich lohnt.

Fädeln mit Nylonfaden aus dem Bastelbedarf. Nylon ist steif, die Kette fällt schlecht, und die Knoten halten anders. Ebenso wenig sollte man eine gerissene Kette provisorisch verknoten und weitertragen: Jede Bewegung reibt Perlmutt ab. Sammeln Sie die Perlen ein, zählen Sie sie und bringen Sie alles zusammen in die Werkstatt.

Zur Pflege zwischen den Terminen: Perlen zuletzt anlegen und zuerst ablegen, mit einem weichen feuchten Tuch abwischen und liegend aufbewahren, nicht hängend. Hängende Lagerung dehnt den Faden zusätzlich. Beim Neufädeln liegen alle Perlen einzeln vor, und das ist der beste Zeitpunkt für eine Sichtprüfung. Lassen Sie auf abgeplatzte Bohrlochkanten, matte Zonen und Risse achten, und fragen Sie nach dem Zustand der Perlmuttschicht. Wer eine Perle ersetzen möchte, sollte das jetzt tun, denn später müsste die Kette erneut geöffnet werden. Ein Verschlusstausch im selben Arbeitsgang kostet zusätzlich 20 bis 50 Euro.

Quellen
  1. § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag (Gesetze im Internet)
  2. Statistisches Bundesamt
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.