Welche der vier C beeinflusst den Diamantpreis am stärksten?
Die vier Merkmale werden meist gleichrangig genannt, wirken sich auf den Preis aber sehr unterschiedlich aus. Wer das weiß, bekommt für dasselbe Geld einen sichtbar besseren Stein.
Bild: KI-erzeugtDas Gewicht. Der Preis je Karat steigt sprunghaft an runden Marken, deshalb kostet ein Stein mit 1,01 Karat deutlich mehr als einer mit 0,95. Danach folgen Schliff, Farbe und Reinheit.
Gewicht und die Preissprünge
Das Karatgewicht wirkt doppelt: Ein schwererer Stein enthält mehr Material, und der Preis je Karat steigt zusätzlich mit der Größe, weil große Rohsteine selten sind. Die Sprünge liegen an runden Marken, vor allem bei 0,30, 0,50, 0,70, 0,90, 1,00 und 2,00 Karat. Direkt oberhalb einer Marke kostet ein Stein spürbar mehr als knapp darunter, obwohl der Durchmesser sich um Zehntelmillimeter unterscheidet. Wer bewusst 0,92 statt 1,00 Karat wählt, spart regelmäßig einen zweistelligen Prozentsatz, ohne dass es jemand sieht.
Schliff als das unterschätzte Merkmal
Der Schliff entscheidet darüber, wie viel Licht zurückkommt. Ein Stein mit sehr gutem Schliff und leicht getönter Farbe wirkt lebendiger als ein farbloser mit schwachen Proportionen. Weil Schliffstufen bei runden Steinen genormt sind, lässt sich hier am zuverlässigsten vergleichen. Die Empfehlung aus der Praxis lautet deshalb: beim Schliff nicht sparen, dafür bei Farbe und Reinheit eine Stufe nachgeben.
Farbe und wo sie sichtbar wird
Die Skala reicht von völlig farblos bis deutlich getönt. Im gefassten Zustand und bei normalem Licht ist der Unterschied zwischen benachbarten Stufen mit bloßem Auge kaum zu erkennen, besonders in Gelbgold, das ohnehin einen warmen Ton beisteuert. In Weißgold und Platin fällt eine Tönung eher auf. Der Preisunterschied zwischen zwei benachbarten Stufen liegt oft im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, der optische Unterschied bei null.
Reinheit und die Grenze des Sichtbaren
Ab einer bestimmten Stufe sind Einschlüsse mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar, sondern nur noch unter 10-facher Vergrößerung. Wer für höhere Reinheitsstufen zahlt, kauft eine Eigenschaft, die er im Alltag nicht sieht. Wichtig ist allerdings die Lage der Einschlüsse: Ein Einschluss direkt unter der Tafel stört mehr als einer am Rand, und ein Einschluss an der Rundiste kann die Stabilität beeinträchtigen. Der Laborbericht zeigt die Lage in einer Zeichnung.
Fluoreszenz als fünftes Merkmal
Sie steht nicht in den vier C, wirkt sich aber auf den Preis aus. Steine mit starker Fluoreszenz sind bei sonst gleichen Werten günstiger, weil sie unter Tageslicht milchig wirken können. Bei leicht getönten Steinen kann eine mittlere Fluoreszenz das Erscheinungsbild sogar verbessern. Wer beim Kauf ein Schnäppchen sucht, findet es häufig genau hier.
Vier Schritte: Schliffstufe hoch ansetzen, Reinheit auf die Stufe legen, ab der Einschlüsse mit bloßem Auge verschwinden, bei der Farbe eine bis zwei Stufen unter dem farblosen Bereich bleiben und beim Gewicht knapp unter einer runden Marke kaufen. Diese Kombination liefert bei gleichem Budget regelmäßig den sichtbar größeren und lebendigeren Stein.
Wichtig bleibt der Laborbericht ab etwa 0,5 Karat. Ohne ihn sind alle vier Angaben Behauptungen des Verkäufers, und beim Wiederverkauf beginnt die Diskussion genau dort wieder.
- § 5 UWG, Irreführende geschäftliche Handlungen (Gesetze im Internet)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)