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Was bringen alte Erbstücke als Bruchgold?

Bruchgold ist der Sammelbegriff für alles, was nicht mehr getragen wird und eingeschmolzen werden soll. Die Bewertung folgt einer einzigen Formel, und die lässt sich vorher selbst rechnen.

Was bringen alte Erbstücke als Bruchgold?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Das Feingewicht mal Tageskurs, abzüglich 15 bis 40 Prozent für Scheiden und Handelsspanne. Steine, Perlen und Uhrwerke werden abgezogen und nicht vergütet.

Die Formel

Bruttogewicht mal Feingehalt geteilt durch 1.000 ergibt das Feingewicht. Dieses mal dem Tageskurs für 1 Gramm Feingold ergibt den Materialwert. Davon zieht der Ankäufer seine Spanne und die Scheidekosten ab. Üblich sind Auszahlungen von 60 bis 85 Prozent des Materialwerts, bei kleinen Mengen eher am unteren Rand, bei größeren Posten und bei Scheideanstalten am oberen.

Was abgezogen wird

Steine und Perlen zählen nicht zum Gold und werden vom Bruttogewicht abgezogen, üblich sind 0,2 Gramm je Karat bei Diamanten. Uhrwerke, Federn, Verschlussfedern aus Stahl und Kunststoffteile ebenfalls. Bei Ketten wird gelegentlich ein kleiner Abschlag für Lot gemacht, weil dieses einen geringeren Feingehalt hat. Alle diese Abzüge sind berechtigt, sie gehören aber auf den Beleg, sonst lassen sich zwei Angebote nicht vergleichen.

Wie man sich vorbereitet

Sortieren Sie nach Feingehalt: 333, 375, 585, 750 getrennt. Wiegen Sie jede Gruppe auf einer Waage mit 0,01 Gramm Auflösung. Notieren Sie den Tageskurs. Legen Sie ungestempelte Stücke beiseite, sie müssen gemessen werden. Diese Vorbereitung dauert 20 Minuten und verändert das Gespräch am Tresen vollständig, weil Sie die Zielzahl kennen.

Der teuerste Fehler

Alles pauschal abgeben. Wird ein gemischter Posten mit einem einheitlichen Satz gerechnet, verlieren die höherwertigen Stücke. Der zweite teure Fehler ist das Einschmelzen von Stücken, die mehr wert sind als ihr Material: signierte Arbeiten, alte Uhren, Stücke mit größeren Steinen. Deshalb gilt: erst fotografieren und aufnehmen, dann bewerten lassen, dann entscheiden.

Wo man verkauft

Drei Wege. Der Juwelier vor Ort zahlt bequem, aber meist am unteren Rand. Eine Scheideanstalt zahlt bei größeren Mengen besser, verlangt aber Versand oder persönliche Anlieferung. Spezialisierte Ankäufer liegen dazwischen. Vergleichen Sie nicht die Prozentangabe, sondern den Auszahlungsbetrag für Ihr konkretes Feingewicht, denn die Bezugsgröße wird unterschiedlich definiert.

Es besteht meist aus Legierungen mit Gold, Platin, Palladium und Silber in wechselnden Anteilen und lässt sich nicht über eine Punze bewerten. Seriöse Ankäufer analysieren die Legierung oder rechnen mit einem Erfahrungswert und weisen das aus. Reste von Keramik und Zahnsubstanz werden abgezogen. Die Auszahlung liegt wegen der aufwendigen Trennung meist niedriger als bei Schmuckgold.

Bei Barzahlung ab 2.000 Euro wird der Ankäufer Sie identifizieren, das ist Pflicht und kein schlechtes Zeichen. Lassen Sie sich in jedem Fall einen Beleg mit Gewicht, Feingehalt, angesetztem Kurs und Auszahlungsbetrag geben, auch bei kleinen Summen. Die Spannen zwischen Ankäufern sind groß, weil jeder anders kalkuliert. Zwischen dem schlechtesten und dem besten Angebot für denselben Posten liegen regelmäßig 20 bis 30 Prozent. Da die Prüfung überall kostenlos ist, kostet der Vergleich nur Zeit. Bei Posten über 1.000 Euro lohnt zusätzlich die Anfrage bei einer Scheideanstalt, die nach Analyse abrechnet statt nach Punze.

Quellen
  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
  2. Statistisches Bundesamt
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.