Was unterscheidet den Brillantschliff vom Prinzessschliff?
Beide Formen kommen bei denselben Steinen vor, und die Wahl beeinflusst Aussehen, Preis und Empfindlichkeit deutlicher, als viele erwarten.
Bild: KI-erzeugtDer Brillantschliff ist rund mit 57 oder 58 Facetten und wirft Licht am gleichmäßigsten zurück. Der Prinzessschliff ist quadratisch mit spitzen Ecken, nutzt den Rohstein besser aus und ist deshalb je Karat günstiger.
Der Brillantschliff
Rund, mit 32 Facetten plus Tafel im Oberteil und 24 im Unterteil, zusammen 57, mit Kalette 58. Die Winkel sind darauf ausgelegt, einfallendes Licht möglichst vollständig zurück nach oben zu werfen. Deshalb wirkt ein gut proportionierter Brillant auch bei schwachem Licht lebendig. Er ist die verbreitetste Form und damit auch die am besten vergleichbare: Für runde Steine gibt es die dichtesten Preisdaten, was den Kauf und den Wiederverkauf vereinfacht.
Der Prinzessschliff
Quadratisch oder leicht rechteckig, mit spitzen Ecken und je nach Ausführung 58 bis über 70 Facetten. Er entstand, um aus einem oktaedrischen Rohdiamanten mehr Material zu retten: Aus einem Rohstein lassen sich zwei Prinzessschliffe schneiden, während beim Brillantschliff ein erheblicher Anteil verloren geht. Dieser geringere Verlust ist der Hauptgrund für den Preisunterschied, der je nach Größe 10 bis 30 Prozent je Karat betragen kann.
Wie sie optisch wirken
Der Brillant streut das Licht gleichmäßig und zeigt viele kleine Blitze. Der Prinzess wirkt strenger, mit größeren Lichtfeldern und einem kantigen Muster. Ein Prinzess wirkt bei gleichem Karatgewicht flächiger, weil das Quadrat mehr sichtbare Oberfläche hat als der Kreis. Wer eine große Wirkung für ein bestimmtes Budget sucht, bekommt sie mit dem Prinzessschliff eher.
Die Schwachstelle der Ecken
Spitze Ecken sind bruchgefährdet. Diamant ist zwar sehr hart, aber entlang bestimmter Ebenen spaltbar, und eine Ecke ist der exponierteste Punkt eines Steins. Prinzessschliffe gehören deshalb in Fassungen, die alle vier Ecken schützen, üblich sind Krappen, die genau über die Ecken greifen, oder eine Zarge. Eine Fassung, die die Ecken frei lässt, ist bei diesem Schliff ein Konstruktionsfehler.
Was bei der Bewertung anders ist
Bei runden Steinen gibt es anerkannte Bewertungsstufen für den Schliff, weil die idealen Proportionen definiert sind. Bei Fantasieformen wie Prinzess, Oval oder Tropfen fehlt diese Normierung weitgehend; Labore beschreiben stattdessen Politur und Symmetrie. Das macht den Vergleich schwerer, und deshalb lohnt es sich, zwei Steine derselben Form nebeneinander im selben Licht anzusehen, statt Datenblätter zu vergleichen.
Was das für die Auswahl heißt
Wer maximale Brillanz und beste Vergleichbarkeit will, nimmt den Brillantschliff. Wer für dasselbe Geld mehr sichtbare Fläche will und bereit ist, auf die Fassung zu achten, nimmt den Prinzessschliff. Für Memoire-Reihen und Kanalfassungen ist der Prinzess ohnehin die natürlichere Wahl, weil quadratische Steine ohne Lücken aneinanderpassen.
Beim Kauf lohnt ein Blick von der Seite. Ein zu tief geschliffener Stein wirkt von oben klein, ein zu flacher verliert Licht nach unten. Beides sieht man ohne Messgerät, wenn man den Stein aus dem Papier nimmt und kippt. Ein Prinzessschliff hat eine höhere Tiefe im Verhältnis zur Breite als ein Brillant. Zwei Steine mit je 1,00 Karat können deshalb unterschiedlich groß aussehen, und die Millimeterangabe sagt darüber mehr als das Gewicht. Fragen Sie nach Länge und Breite in Millimetern; bei einem Brillanten von 1,00 Karat sind rund 6,5 Millimeter Durchmesser üblich.
- § 5 UWG, Irreführende geschäftliche Handlungen (Gesetze im Internet)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)